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UHF51
Eroberer


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Spurensuche anhand der Feldpostbriefe

Transkription & Entwurfsfassung vom 08.05.2008
© UHF51 - Berlin


Uffz. Ulrich Dochan * 14.11.1924 Berlin
† 02.10.1944 Myszkowa
letzter Truppenteil: 1./Pz.Gren.Rgt. 21
Fp.Nr.: 36 489 B (vormals 33 817 B)

Ulrich Dochan konnte im Rahmen unserer Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Die vorgesehene Überführung zum Sammelfriedhof in Przemysl (Polen) war somit leider nicht möglich.
Sein Name wird im Gedenkbuch des Friedhofs verzeichnet.¹
--------------------


Originalabschrift:

Dienststelle
Feldpostnummer 36489 B O.U. den 3. Januar 1945.
(früher 33817 B)

Herrn Hermann Dochan
Berlin N 64,
Brüsselerstr. 44.


Die Schwadron überreicht Ihnen zwei Aufnahmen von der Ruhe-
stätte Ihres Sohnes Ulrich und hofft, Ihnen damit eine kleine
Freude zu bereiten.



Unterschrift: Wolff [Gustav]
………………………………
Oblt. und Schwadr.Chef






1) Quelle: Eintrag VdK Gräbersuche


Die Beförderung zum Unteroffizier erfolgte posthum!

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx



Ohrdruf, den 18.3.43.
Liebe Eltern!

Komme endlich dazu Euch einen Brief zu schreiben. Wir sind erst am Montag Nachmittag um 4 Uhr vom Anhalter Bahnhof abgefahren am Dienstag Mittag in Ohrdruf ankommen. In der Nacht von Montag zu Dienstag haben wir in Gotha in einer Turnhalle geschlafen. Jedenfalls wo wir jetzt hingekommen sind ist ein toller Laden dreckig überall. Sonst die Gegend geht hier so. Mit dem Dienst haben wir gleich begonnen. Die Ausbilder müssen alle mitmachen denn die kommen mit uns raus. Anscheinend bleiben wir noch länger hier, bis hier das ganze Bataillon zusammengestellt ist. Vielleicht komme ich mal auf Wochenendurlaub. Ein großes Glück habe ich gehabt, am Montag Mittag habe ich von Großmutter ein Paket bekommen, habe mich sehr darüber gefreut. Nun werde ich schließen in der Hoffnung dass bald von Euch ein „Paket“ eintrudelt, meine Adresse ist:
Panzer Grenadier Ulrich D.
6./verstärktes Pz.Gr.Regt. 891
Ohrdruf / Thüringen
Truppenübungsplatz.

Also es grüßt Euch vielmals
Ulli !
---------------------

Beuvron, den 28.4.43.
Liebe Eltern!

Komme nun dazu Euch wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Wir haben heute hier im Gelände zum ersten Male geschossen mit scharfer Munition, unser Kommandeur war auch dabei. Das Wetter ist jetzt ziemlich schlecht, andauernd Regen, da macht der Dienst kein Spaß. Wie habt Ihr Ostern verlebt, Hauptsache recht gut und viel zu Essen. Ich schicke Euch hier im Paket die Zulassungsmarken, für je ein Pfund Paket. Das Geld habe ich noch nicht bekommen, aber ich rechne ja mit jeden Tag damit. Wenn Ihr mir das Paket schickt, so schickt doch bitte folgende Sachen mit. Kuchen, Gebäck, vielleicht Wurst. Wenn Ihr noch bekommt, so Zahnpasta, Schuhkrem und ein Paket Waschpulver und ein Stück Seife. Ich hoffe ja dass Ihr mir die Sachen schicken könnt. In der Hoffnung auf baldiges Paket grüßt Euch vielmals
Euer Ulli!

Vielleicht kann Mutter ein bisschen gutes Schreibpapier auftreiben hier gibt es kein gutes.

(Unten in der Ecke auf dem Kopf gestellt die Fp.Nummer 36 489 B)

--------------------

Beuvron, den 30.5.43.
Liebe Eltern!

Komme schnell dazu euch einen kurzen Brief zu schreiben. Ich hatte schon langst mal eher geschrieben aber die Zeit reicht nicht immer aus. Ich schicke Euch in den Paket ein bisschen Butter, die Hauptsache sie kommt gut zu Hause an. Das Geld habe ich mit bestem Dank erhalten. In den Paket schicke ich noch für Vater eine echte Pariser Pfeife mit und den dazu gehörigen Tabak und Zigarren. Wenn Ihr das Paket bekommt schreibt bitte sofort. Wie ich gehört habe sollen wir von hier wieder versetzt werden. 70 km von der Küste weg. Mit der gleichen Post schicke ich Euch einen Brief mit. In der Hoffnung das das Paket gut an kommt grüßt Euch vielmals
Ulli!
--------------------

Da ich mich sehr intensiv mit den Primärquellen der 24. Pz.Div. befasst habe (siehe: http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic....1143&highlight= ) sind die FP-Briefe sehr interessant.

MfG Uwe
23.10.2014 08:57 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
UHF51
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Flers, den 7.6.43.
Liebe Eltern!

Komme endlich dazu Euch ein paar ausführliche Zeilen zu schreiben. Wir sind hier von unserer alten Stelle versetzt worden und nach einer größeren Stadt gekommen. Unser Quartier ist jetzt eine Schule es geht hier ziemlich kasernenmäßig, auf der alten Stelle waren wir alle verteilt, hier ist die ganze Schwadron zusammen. Als Schuhmacher arbeite ich immer noch es ist eine gute Beschäftigung keiner kann ein was sagen und es ist besser als Dienst. Am vorigen Sonntag haben wir ein Sportfest gehabt und anschließend ein Kameradschaftsabend fast die ganze Schwadron war betrunken es gab Schnaps und Bier und zu Essen. Vorigen Sonntag wollte ich Euch ein Paket mit Butter und Eier schicken aber während der Fahrt habe ich alles aufgegessen da die Verpflegung nicht so gut war. Aber in kürze werde ich für Vater ein Päckchen mit Tabak und Zigarren und die versprochene Tabakspfeife schicken, da ich ja gestern den Brief mit Briefmarken bekommen habe. Das Geld, die Zeitungen und das Päckchen mit den Turnschuhen und das Hemd und die Kekse, leider ist das Paket auf gewesen, und die Feldpostdienststelle hatte es wieder zusammengflickt. Gestern habe ich das Paket mit der Trainingshose bekommen, liebe Eltern habe mich über alles sehr darüber gefreut dass Ihr Euch soviel Mühe gemacht habt. Ich schätze ja dass ich bald Euch etwas schicken kann sobald ich mich in der Stadt besser zurechtfinde. Nun werde ich schließen in der Hoffnung bald etwas von Euch zu hören.
Es grüßt Euch vielmals
Ulli!
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Am Ende der Seite 2 auf dem Kopf gestellt: Schönen Gruß an Herrn und Frau Halfpapp!

--------------------

Frankreich, den 25.6.43.
Liebe Eltern!

Komme endlich dazu Euch ein paar Zeilen zu schreiben. Wir haben andauernd viel Regimentsübungen und da muss alles mit, auch der Tross, denn ich arbeite ja immer noch als Schuhmacher. Am Anfang der Woche waren wir zur Entlausung die man hier bekommen hat unser Zug ja nicht, denn einige Jungen von der Schwadron haben welche gehabt und da mussten alle hin. Es war die zweitgrößte Stadt von Frankreich und leider hatte ich kein Geld um etwas zu kaufen, denn mit der Lohnung kommt man ja nicht aus. Denn bevor ich auf Urlaub komme; das wird in der nächsten Zeit sein, da will ich ja nicht leer nach Hause kommen. Am Dienstag dieser Woche habe ich mit Arbeiten aufgehört und mach jetzt ein Lehrgang als Kradmelder mit. Ich hoffe ja dass ich die Fahrschule bestehen werde. Leider sind wir hier in so ein Dreckquartier hingekommen ich glaube so ist es nicht mal in Russland.
Wir schlafen hier mit 5 Mann in einer so genannten Hundehütte anders kann man es ja nicht nennen, denn ich glaube vorher haben wir kein Ungeziefer gehabt ich glaube jetzt bekommen wir hier bestimmt welches. Nun werde ich schließen in der Hoffnung dass ich bald von Euch etwas höre.
Es grüßt Euch
vielmals Ulli
--------------------

Frankreich, den 1.7.43.
Liebe Eltern!

Komme nun kurz dazu Euch ein paar Zeilen zu schreiben. Habe Euren Brief und das Paket mit bestem Dank erhalten. Habe mich sehr darüber gefreut. Bin nun schon bald 8 Tage bei der Fahrschule. Es macht Spaß denn hier sind die Berge bald noch schlimmer als im Harz, denn wenn ich hier oben in der Sonne liege, denn denkt man so daran wenn man vor sich das Tal seid. Das Dorf anfürsich ist ja sehr [(Dreck)-gestrichen] unsauber, und zu kaufen gibt es ja hier in den Nest wo wir sind auch nichts. Hauptsache Ihr habt in der Zwischenzeit das Paket bekommen.

Nun werde ich schließen, da ich noch fleißig lernen muss.

Es grüßt Euch
vielmals
Ulli.
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Zusätzlich auf der 1. Seite am Rand quer geschrieben:
Das Geld was Ihr abgeschickt habt werde ich bestimmt erhalten wenn der Lehrgang zu Ende ist, denn Löhnung bekommen wir auch dann erst.
--------------------

MfG Uwe

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von UHF51: 24.10.2014 08:39.

24.10.2014 08:36 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
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Hallo, Uwe
eine gute Arbeit die du hier Eingestellt hast,
ich habe auch mal einige Feldpost Briefe bearbeitet,
sag mal dein Name / nick UHF 51 kommt mir bekannt vor
kann das sein.
Du hast zu Anfang nicht geschrieben ob noch mehr folgt
oder der gleichen.

__________________
Gruß aus Niedersachsen.

alles dran, many
24.10.2014 18:50 many ist offline E-Mail an many senden Beiträge von many suchen Nehmen Sie many in Ihre Freundesliste auf
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Moin *many*,

bin/war auch noch in einigen anderen Foren aktiv.
Beispiel:
http://forum.panzer-archiv.de/
http://www.wehrmacht-forum.de/

Und ja, es folgen noch einige Briefe von Ulrich Dochan.

Leider haut es zeitlich nicht immer so hin, wie man denn immer gerne möchte.
Das Projekt Datenbank der 24. Pz.Div. läuft inzwischen auch.

Die Familie ist ja auch noch da ... smile

MfG Uwe
25.10.2014 07:21 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
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St. Marks. den 9.7.43
Liebe Eltern!

Komme endlich wieder dazu Euch ein paar Zeilen wieder zu schreiben. Heute ist unsere Fahrschule beendet und wir haben Prüfung gemacht, da war alles dran eine Geländefahrt über Abhänge und Steingeröll, wenn man dabei nicht die Ruhe behält dann ist alles vorbei. So geht es mir ganz gut, die Verpflegung ist hier am allerbesten wo ich bis jetzt war, aber ich glaube wenn wir zum alten Haufen zurückkommen da wird es wieder schlechter werden. Wie geht es Euch denn noch alles gesund und munter wie steht es denn mit den Fliegeralarm kommen die Engländer oft nach Berlin? Ich hoffe ja nun dass ich bald auf Urlaub komme, denn die Hälfte von unsern Zug war schon dran. Aber es geht hier ziemlich langsam mit allem. Aber kommt Zeit „kommt Rat.“ Ich hoffe ja nun wenn ich zur alten Schwadron wieder hinkomme das das Geld schon da ist das Ihr geschickt habt. Denn hier haben wir die 14 Tage keine Post Geld und Löhnung nicht bekommen. Deshalb müsst Ihr schon entschuldigen das ich so wenig geschrieben habe außerdem musste man ja auch lernen. Nun werde ich schließen in der Hoffnung das wir uns bald sehen werden grüßt Euch vielmals
Ulli!
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Ortsangabe nicht eindeutig, möglicherweise Saint-Mars-d’Ègrenne (Basse-Normandie), da auch Flers in der Nähe liegt.
--------------------

Frankreich, den 18.7.43.
Liebe Eltern!

Komme endlich dazu Euch ein paar Zeilen zu schreiben. Ich bin nun gesund und munter von der Fahrschule zurückgekommen, und mache nun eifrig wieder Dienst mit. Wir haben jetzt ein prima Wetter bloß die Badegelegenheit vermisst man hier schon, denn weit und breit keine Badeanstalt oder See. Das Geld habe ich mit bestem Dank erhalten aber es ist schon wieder ziemlich zur Neige gegangen, denn ich habe ein paar kleine Kleinigkeiten gekauft. Für Vater eine Flasche Calvados ist so was ähnliches wie Cognac bloß wenn man da ein paar Gläser trinkt ist man schnell betrunken. Ich würde für Mutter gerne was kaufen ich weiß bloß nicht was liebe Mutter schreibt doch mal bitte, damit ich wenigstens was brauchbares kaufe. Aber es ist hier ja so, wenn man was kauft es kostet ein Heidengeld. Außerdem lege ich auch das Geld in Essen an. Vorige Woche habe ich Birnen und Tomaten mit schön dick Butter drauf, da hat man wenigstens was von. Ich glaube wenn es hier nichts kaufen könnte würde man bei der Verpflegung eingehen wie ein Primeltopf ohne Wasser. Liebe Eltern ich bekomme auch Post aus dem Harz, von Gunda und die schreibt mir dass sie ihren Urlaub in Berlin verbringen will, ich glaube doch dass Ihr davon Bescheid weißt. Ich glaube mit meinen Urlaub muss ich noch eine Weile warten, denn es geht hier ziemlich langsam. Nun werde ich schließen in der Hoffnung recht bald etwas von Euch zu hören grüßt
Euch Euer
Ulli!
--------------------

O.U. den 26.9.43.
Liebe Eltern

Komme endlich dazu Euch ein paar Zeilen zu schreiben seit so langer Zeit. Ihr müsst bestimmt denken ich bin verschütt gegangen, aber wir haben so wenig Zeit zum schreiben. Wir sind alle Augenblicke mal woanders. Gestern waren wir noch 50 km von Venedig in einem Verpflegungslager, wir haben die ganzen Tage die wir da waren gelebt wie die Fürsten. Heute sind wir nun in Venedig gelandet und sind hier in ein Hotel ersten Ranges eingezogen. Wir bewachen hier die Kommandantur. Ich glaube dass Ihr das weißt, dass ich von meiner alten Schwadron weg bin. Und hier nun in dieser Einheit alles machen was schnell gebraucht wird. Ich werde Euch in der nächsten Zeit ein paar kleine Pakete schicken, denn wir haben hier allerhand bekommen. Für Mutter sogar Bohnenkaffee. Ich habe mir hier in Venedig Aufnahmen machen lassen ich schicke Euch welche mit, damit Ihr wenigstens sieht wie ich überhaupt noch Aussehe. Nun liebe Eltern wie schaut es bei Euch aus, alles noch gesund und munter. Wie ist es mit dem Fliegeralarm. Ich glaube Berlin machen sie ganz schön zur „Sau“ aber man darf sich nicht erschüttern lassen. Es hat alles mal sein Ende. Nun liebe Eltern geht es denn Onkel und Tante Lotte und Großeltern sind die auch noch alle gesund. Ihr müsst nämlich wissen bis jetzt war bei uns Briefsperre und dann andauernd Wache. Nachts gestanden am Tage geschlafen. Diesen Brief schreibe ich auch während der Wache. Was macht denn Friedel eigentlich ist der noch auf seiner alten Stelle. Sagt doch mal er soll mich mal schreiben. Nun liebe Eltern werde ich schließen. Meine Feldpn. ist 15 985 B.

Es grüßt Euch vielmals

Ulli.
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Feldpost-Nummer: 15 985 B
(9) 11.09.1943 = Stab und Einheiten Feldersatz-Bataillon 24. Panzer-Division,
(9) 18.09.1943 = Stab und Einheiten Feldersatz-Bataillon 89
„B“ = 1. Schwadron
--------------------


MfG Uwe

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von UHF51: 25.10.2014 12:47.

25.10.2014 12:42 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
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Zwischendurch das Wissenswerte über die Truppe bei der U. Dochan seine Ausbildung erhielt, sowie die Eingliederung in die 24. Pz.Div.

Eingliederung des verst. Pz.Gren.Rgt. 891 in die 24. Pz. Div. (bei Wiederaufstellung/Auffrischung ab März 1943 Lisieux):

die gep. Abt. wird I./Pz.Gren.Rgt. 26,
die ungep. Abt. wird II./Pz.Gren.Rgt. 21,
der Rgt.Stab tritt zu Pz.Gren.Rgt. 21,
die 9. Schwdr. tritt zu Pz.Gren.Rgt. 26,
die Art.Abt. wird II./Pz.Rgt. 89,
die Stabsschwadron (ohne Nachr.Zug), eine Pz.Späh-Schwdr. und zwei lei. SPW-Schwdr. kommen zur Pz.Aufkl.Abt. 24.
23.03.1943: Aufstellung II./Pz.Rgt. 24 (Kdr. Rittm. Kuno v. Meyer) als Kampfgruppe.
25.03.1943: Die Pz.Nachr.Abt. 127 (Kdr. Hptm. Persy) trifft ein, dient zur Auffüllung der Pz.Nachr.Abt. 86.
28.03.1943: 5./Pz.Gren.Rgt. 9 wird Pz.Gren.Rgt. 21 unterstellt, da III./Sich.Rgt. 5 aus dem Rahmen der Div. ausscheidet.

Quelle: NARA
Anzumerken ist, dass die 24. Pz.Div. nach Tradition der Kavallerie sich in Abteilungen und Schwadronen gliederte!!

MfG Uwe
25.10.2014 16:55 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
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O.U. den 24.10.43.
Liebe Eltern!

Habe endlich nun Zeit, Euch zu schreiben, denn solange ich in Italien war ging es leider nicht, denn wir mussten immer von einen Ort zum andern, dort ein Verpflegungslager besetzen oder Engländer bewachen, oder wieder mal gegen Partisanen kämpfen. Jetzt bin ich schon einige Wochen in Russland gelandet, verhältnismäßig haben wir einigermaßen gute Quartiere bekommen wenn wir auch mit den Russen unter ein Dach schlafen müssen aber es fällt wenigsten für unseren „Magen“ eine ganze Masse ab. Euren lieben Brief habe ich auf der Bahnfahrt erhalten. Das Ihr nun vom Engländer abbekommen habt ist ja nun schlecht die Hauptsache ist ja Ihr seid mit dem Leben davon gekommen. Ich schicke Euch hier im Brief ein Bild mit das ich in Italien gemacht haben lasse, damit Ihr wenigstens sieht dass ich noch frisch und munter bin.
Ihr schreibt von dem Schulz, der hat leider schon seine verdiente Strafe, denn der ist Stiften gegangen. Ich klebe auf den Brief eine Marke herauf weil ich diesen einen Urlauber mitgebe und die Post schneller geht. Vorläufig brauche ich noch keine Pakete, denn noch haben wir aus Italien genug mitgebracht, aber wenn es wieder schlecht wird werde ich mich schon melden. Nun liebe Eltern werde ich schließen in der Hoffnung auch bald wieder von Euch Post zu erhalten. Meine Feldpostnummer ist jetzt: 15 985 B
Es grüß Euch vielmals
Ulli.
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O.U. den 31.10.43.
Liebe Eltern!

Komme dazu Euch ein paar ganz kurze Zeilen zu schreiben. Ich glaube ja, dass Ihr meinen Brief mit der Post bekommen habt, denn der Brief ist ja schon eine ganze Zeit unterwegs. Wir liegen hier nun kurz vor Kiew, in Ruhe nach den Kämpfen die bis jetzt da stattgefunden haben. Das einzige gute ist, das wir allerhand Sachen aus Italien mitgebracht haben. Und so machen wir natürlich allerhand Tauschhandel mit den Russen. Für ein St. Seife bis zu 20 Eier. Wir essen hier fast jeden Tag Huhn oder Ente. Wir sind hier bei einer Familie da bekommen wir Frühmorgens heiße Milch mittags wenn wir vom Dienst kommen steht schon das Essen auf dem Tisch; „also bald wie zu Hause“. Aber liebe Eltern Päckchen braucht Ihr mir vorläufig noch nicht schicken höchsten für den Winter warme Hausschuhe denn meine Turnschuhe sind schon kaputt gegangen und wenn man von Posten kommt ist es immer gut wenn man etwas Warmes anziehen kann. Ich schicke Euch einige Päckchenmarken mit als wenn ich etwas brauch melde ich mich schon. Ich dachte ja nun, das ich bald auf Urlaub kommen würde aber immer kommt etwas anders dazwischen, Zeit wäre es ja denn bald ist ein Jahr vorüber wo ich nicht zu Hause war; und da hat sich allerhand glaube ich in der Zeit geändert. Was macht denn Friedel eigentlich ist der noch in Berlin oder haben sie ihn schon rausgeschmissen. Ich schicke außerdem einige Packen mit Speck, Hauptsache dass sie ankommen. Nun werde ich schließen in der Hoffnung recht bald etwas von Euch zu hören.
Es
grüßt Euch vielmals
Euer Ulli.
--------------------

Russland, den 17.11.43
Liebe Eltern!

Komme dazu Euch wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Leider habe ich von Euch etwa schon 8 Wochen keine Post erhalten. Aber wie wir hier gehört haben ist die ganze Post zurückgegangen, weil beim Regiment eine falsche Feldpostnummer angegeben wurde. Ich gebe hier die Post einen mit der auf Urlaub fährt. Denn die Post zu Lande geht bei uns nicht mehr weil die Straßen von den Rußen kaputt gemacht sind. Ich lege Euch im Brief ein paar Flugpostmarken mit bei dann könnt Ihr die Post per Flugzeug abschicken. Meinen Geburtstag habe ich auf einer schlammigen Straße gefeiert indem ich mithalf unsere Fahrzeuge aus dem Schlamm zu schieben denn die saßen bis in den Achsen im Dreck. Wir haben in einen Tag 20 km zurückgelegt da könnt Ihr Euch vorstellen wie schon „Russland“ ist. Wir sind jetzt bis am Dnjepr vorgefahren und liegen südostwärts der Krim in Ruhe. Ruhe ist ja ein bisschen übertrieben aber wir machen hier kurz hinter der Front immer noch kräftig Dienst. Ich dachte ja immer auf Urlaub zu fahren zu können aber immer wieder kam etwas anders dazwischen. Vielleicht aber bin ich zu Weihnachten zu Hause aber ich glaube ja nicht daran, denn der Russe wird ganz bestimmt einen Strich durch die Rechnung machen der Russe hat uns jetzt schon so ziemlich eingeschlossen. Nun liebe Eltern wie geht es euch noch alles noch gesund. Muttern werde ich jetzt schon zum Geburtstag gratulieren denn bis der Brief hinkommt wird es bestimmt so weit sein. Habt Ihr die Pakete bekommen hoffentlich doch schreibt mir bitte Bescheid. So liebe Eltern seid vielmals gegrüßt

von
Ulli.
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Quergeschrieben: Ihr müsst auf jeden Brief zwei Marken heraufkleben.

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MfG Uwe
26.10.2014 08:46 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
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Russland, den 1.12.43
Liebe Eltern!

Komme dazu Eure lieben Briefe zu beantworten die ich gestern bekommen habe, ich dachte schon ich bekomm überhaupt keine Post mehr. Wie ich aus Euren Briefen ersehe scheint Ihr ja meine Post erhalten zu haben. Habt Ihr schon die Päckchen mit Speck den ich vor einiger Zeit abgeschickt habe. Das Päckchen von Euch habe ich leider noch nicht bekommen na ja die Hauptsache es kommt an. Meinen Geburtstag musste ich leider im Straßendreck feiern denn den Tag waren wir gerade auf den Vormarsch und unsere Fahrzeuge waren bis an den Achsen im Dreck und wir nicht viel minder. Wir sind jetzt im Südabschnitt und da ist es ja nicht so kalt bloß natürlich der Regen, der ist nicht schön. Von Helga und von Friedel habe ich auch Post bekommen, wo ich mich sehr darüber freute nach so langer Zeit wieder einmal soviel Post zu erhalten. Liebe Eltern mit dem Geld da brauch ich hier keines in Russland, denn davon habe ich genug und außerdem gibt es ja doch nichts zu kaufen, und was man braucht erwirbt man im Tauschhandel mit den Russen. Mit einem alten Kameraden aus Stahnsdorf bin ich auch noch zusammen, den Großen aus Duisburg auf einen der Bilder ist er auch drauf. Von dem Schulz habe ich ja noch nichts gehört als das ich weiß, dass er damals stiften gegangen ist. Wie schaut es bei Euch aus hat der Engländer viel Schaden gemacht. Nun liebe Eltern werde ich schließen in der Hoffnung recht bald etwas zu hören, ich werde in der nächsten Zeit öfters zum schreiben kommen.
Also es grüßt Euch vielmals
Euer
Ulli.

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7.12.43.
Liebe Eltern!

Komme kurz dazu Euch ein paar Zeilen zu schreiben. Bin nun wieder bei meiner alten Schwadron gelandet und habe leider wieder eine andere Feldpostnummer, ich denke ja das die so bleiben wird denn andauernd eine andere ist auch nichts. 36 489 B. Die Schwadron hatte bis jetzt allerhand Verluste und die meisten alten Bekannten sind schon längst verwundet oder gefallen. Die Schwadron liegt jetzt wenigstens in Ruhe und hoffentlich recht lange. Nun dachte ich Weihnachten zu Hause zu sein aber es wird doch nichts draus. Hauptsache die dicken „Weihnachtspakete“ rollen ein. Aber ich glaube es reicht gerade für Euch. Von Onkel Fritz habe ich auch Post bekommen. Gratulierte mich zum Geburtstag leider ein bisschen spät. Aber trotzdem habe ich mich über die Schokolade gefreut die im Brief drin war. Hoffentlich liebe Eltern habt Ihr meine letzte Post schon erhalten. Nun werde ich schließen ich wünsch Euch ein recht frohes und gesundes Weihnachtsfest.

Es grüßt Euch vielmals

Ulli!
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Russland, den 13.12.43
Liebe Eltern!

Komme nun mal wieder dazu Euch ein paar Zeilen zu schreiben. Bin nun jetzt eine Woche bei meiner alten Schwadron, die jetzt in Ruhe liegt. Seit gestern arbeite ich wieder als Schuhmacher, es ist wieder mal was anderes als immer der Dienst, der ja nie wegfällt wenn man in Ruhe liegt. Habe vorige Woche von Tante Lotte und Friedel Post erhalten habe mich sehr darüber gefreut. Liebe Eltern schreibt mir doch bitte mal ob Ihr das Päckchen mit Speck erhalten habt, denn es müsste schon längst angekommen sein, es wäre ja schade wenn es abhanden gekommen wäre. Liebe Eltern hatte ich noch eine kleine Bitte an Euch schickt mir doch bitte Zeitungen, damit man sich wenigsten den langen Abenden verkürzen kann denn es wird hier schon um 3 Uhr dunkel und jeden Tag um 5 oder 6 schlafen gehen kann man ja auch nicht immer. Ich dachte ja das ich Weihnachten zu Hause bin ist aber wieder nichts geworden, man muss sich eben vertrösten. Die Hauptsache ist ja das Ihr ein recht frohes und gesundes Weihnachtsfest verlebt, und im neuen Jahr wieder gut herein rutscht. Wünsche nun Euch ein recht frohes Weihnachtfest in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen
grüßt Euch vielmals
Ulli!
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MfG Uwe

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von UHF51: 03.11.2014 08:10.

03.11.2014 08:06 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
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Russland, den 7.1.44.
Liebe Eltern!

Komme heute dazu Eure lieben Briefe zu beantworten. Leider konnte ich nicht schreiben denn wir sind ein paar Tage vor Weihnachten nach vorne gekommen und mussten natürlich Heiligenabend im Loch feiern, und am 1. Feiertag griff der Russe an; aber das konnte ja einen nicht erschüttern. Die größte Freude war ja über die Post von zu Hause, die gerade am Heiligabend ankam. So lagen wir nun 10 Tage in die Löcher ungewaschen und unrasiert. Aber wir haben wenigstens was anständig zu Essen und Trinken bekommen. Jeden Tag Schokolade und Schnaps, sogar Kuchen bekamen wir. 2 Tage nach Weihnachten sind wir dann abgelöst es war auch ein Glück denn der ganze Zug ist nur noch 12 Mann stark und der Russe greift immer mit 100.fachen Überzahl an. Jedenfalls wo wir jetzt nach 2 Einsätzen nur noch ein kläglicher Haufen sind bin ich immer noch glücklich herausgekommen. Von den Paketen habe ich noch nichts bekommen, aber vielleicht kommen sie noch an. Kuchen haben wir genug zu Essen den von den vielen Verwundeten und Toten, da konnten wir uns bestimmt satt Essen. Nun liebe Eltern wenn ich jetzt vielleicht einige Zeit nicht schreibe so kann es höchstens an den Einsätzen liegen, denn im Loch kann man nicht schreiben. Nun liebe Eltern werde ich schließen in der Hoffnung auf ein recht baldiges Wiedersehen

Euer Ulli
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Russland, den 16.1.44.
Liebe Eltern!

Komme heute dazu wieder einmal Euch ein paar Zeilen zu schreiben, damit Ihr nicht denkt das ich schreibfaul bin, nämlich augenblicklich haben wir wieder für ein paar Stunden Ruhe und da habe ich mir gleich hingesetzt ein bisschen zu schreiben. Aus dem Harz habe ich ein kleines Päckchen mit einer Wurst bekommen habe mich sehr darüber gefreut. Die Päckchen die Ihr abgeschickt habt, habe ich erst eins bekommen. Ich glaube ja die andern werden wohl nicht mehr ankommen. Das Päckchen aus dem Harz hat zwei Monate gedauert ehe es bei mir angekommen ist. Lege Euch im Brief ein paar Luftpostmarken bei denn das geht von der Heimat immer am schnellsten, der letzte Brief hat 8 Tage gedauert. Außerdem noch ein paar Päckchenmarken. Nun liebe Eltern wie geht es Euch denn noch alles gesund ich hoffe ja doch. Nun denke ich das ich genug geschrieben es grüßt Euch vielmals
Euer Ulli!
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O.U. den 5.3.44.
Liebe Eltern!

Ich werdet staunen so schnell von mir schon Post zu erhalten, aber ich schreibe den Brief vor Ende der Bahnfahrt durch Rumänien. Ihr müsst bitte entschuldigen [wg.] der Schrift, aber der Zug fährt gerade im schnellsten Tempo und da geht es auch nicht wie man will. Die Hauptsache ist ja er kommt an, denn ich gebe einen Urlauber mit der zur Heimat fährt. So weit bin ich ganz gut an der Grenze angekommen, konnte abends sogar noch ins Kino gehen. „Also viel zu früh“. Ich befinde mich vorläufig in Richtung „Odessa“ von da aus geht es im Lkw weiter. Ich schätze ja dass ich Mitte nächster Woche da sein werde. Einen Urlauber von meiner Schwadron habe ich an der Grenze getroffen, der erzählte mir allerhand unter andern auch dass der Ltn. schwer verwundet ist. Bin ja gespannt was ich mit dem Paket mache am besten selbst aufessen. Nun werde ich kurz schließen in der Hoffnung dass Ihr meinen Brief recht bald beantwortet und wenn ich wieder bei meinem Haufen bin werde ich wieder was von mir hören lassen.
Nun seid vielmals gegrüßt
von Ulli
--------------------

MfG Uwe

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09.11.2014 09:42 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
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O.U. den 13.3.44.
Liebe Eltern!

Komme heute dazu Euch ein paar Zeilen zu schreiben. Liebe Eltern wenn ich das gewusst hätte was hier so alles vorgeht, dann wär ich bestimmt noch länger zu Hause geblieben. Ich bin hier in einer großen Stadt am Schwarzen Meer. „Odessa“. Hier habe ich zufällig ein Fahrzeug von uns getroffen, denn hier sammeln sich die letzten Kräfte unseres armseligen Haufen. Zuletzt waren es nur noch 28 Mann, wenn die hier eintreffen ist noch fraglich. Aber wegen meiner brauchen sie noch gar nicht kommen denn ein besseres Leben wie jetzt kann man sich nicht wünschen. Wir wohnen hier in einen vierstöckigen Haus, kann jeden Tag ins Kino oder Theater gehen. Aber von meinem Gelde habe ich nicht mehr viel weil hier das deutsche Geld überhaupt keinen Wert hat. Nun werde ich schließen in der Hoffnung das Ihr meinen ersten Brief den ich in der Bahn geschrieben habe bekommen habt.
Grüßt Euch vielmals
Ulli.
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O.U. den 9.4.44.
Liebe Eltern!

Komme heute am Ostersonntag Euch ein paar Zeilen zu schreiben. Bin nun schon seit einiger Zeit bei meiner Schwadron und habe den Posten aufgegeben den ich als Bursche hatte. Zu meinen erstaunen musste ich feststellen das nur noch ein ganz paar Leute vom alten Haufen sind einige sind sogar gefallen wo ich die Pakete von mitnahm. Das Paket vom Ltn. habe ich aufgegessen. Und habe an seine Eltern geschrieben hoffentlich werden die es einsehen dass ich es nicht abgeben konnte. Bin nun mit meiner Schwadron im Kampfraum „Jassy“ gelandet liegt bereits in den Karpaten der Russe hat uns leider bis hier zurück gedrückt aus dem Einsatz kommt man überhaupt nicht mehr heraus, kaum ist man von vorne gekommen da geht der Rummel schon wieder los, sogar heute am Ostersonntag morgens gekommen, Mittags ging es schon wieder los. Es kommt daher weil der Rumäne die Front nicht halten kann, denn er geht andauernd „Stiften“. Und wir müssen das verlorene Gebiet wieder zurück erkämpfen. Vor einigen Tagen hatte ich beinah Glück gehabt einen Panzer auf 10 m. Entfernung zu vernichten aber „Glück im Unglück“ die „Apparate“ die wir hatten versagten leider denn es waren in der Aufregung überhaupt keine Zünder vorhanden und mit 6 Panzer griff er an. Hätte man den einen vernichten können wäre man wieder auf 14 Tage Sonderurlaub gekommen aber vielleicht bietet die Gelegenheit sich noch einmal. Das Panzerkampfabzeichen habe ich vor einigen Tagen bekommen, ich glaube war ja auch schon lange Zeit. Nun muss ich eins Euch noch mitteilen das ich wieder seit einigen Tagen als Schuhmacher arbeite, leider macht die Arbeit kein Spaß da kein Material noch Handwerkzeug vorhanden ist, da ja unsere Fahrzeuge samt Gerät und Gepäck gesprengt werden mussten, da in der Schlammperiode kein Fahrzeug weiter kann und der Russe einen auf den Fersen war. Ich kann nur zum Glück sagen dass ich meine Klamotten zu Hause gelassen habe denn ich habe bereits alles schon wieder. Habe bereits von Euch einen Brief erhalten und zwar den ersten nach dem Urlaub ich glaube die Post geht hier sehr lange denn ich glaube Ihr habt bestimmt schon mehr geschrieben. Nun liebe Eltern werde ich schließen in der Hoffnung das Ihr das Osterfest in bester Gesundheit feiern könnt.
Es grüßt Euch vielmals
Ulli!
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O.U. den 12.5.44.
Liebe Eltern!

Komme heute kurz dazu Eure lieben Briefe die ich schon seit einiger Zeit bekommen habe zu beantworten. Leider arbeitete ich nicht mehr als Schuhmacher und bin jetzt schon seit einigen Wochen im Einsatz. Diesen Brief schreibe ich auch vorne im Loch damit Ihr wenigstens ein Lebenszeichen von mir bekommt. Bei uns ist es jetzt so Angriffe über Angriffe um den Russen in die Flucht zu „jagen“ was uns ja auch so einigermaßen gelingt aber dafür haben wir die meisten Ausfälle, ich bin beim letzten Angriff mit meinen MG vorgesprungen, der Russe lag 10 m ab, da hatte er mir auch eine verpasst, zum Glück, schoss er in die Pistolentasche und machte dabei bloß die Pistole entzwei, na ja liebe Eltern Glück muss der Mensch haben. Die Hauptsache ist ja man kommt mit heilen Knochen immer wieder zurück. Augenblicklich sind wir ja nur noch ein kleiner „Armesünder Haufen“. Nun liebe Eltern wie geht es Euch denn hoffentlich macht Euch der „Tommi“ nicht allzu große Kopfschmerzen na wie ich gehört habe war er ja ziemlich oft in Berlin. Das 100 gr. Päckchen das Ihr abgeschickt habt ist noch nicht angekommen, es wär besser gewesen Ihr hättet den Kalender im Brief mitschicken sollen, denn so ein Päckchen ob das ankommt ist immer noch fraglich. Liebe Eltern vielleicht könnt Ihr mir mal so hin und wieder etwas zu lesen schicken, es können ruhig 2er Rpf. Romane sein, denn wenn [man] verschiedene Tage in Stellung liegt und gar nichts zu tun hat als nur das Geschieße zu hören ich glaube das ist besser man hat etwas zu lesen, also hoffentlich trudelt der erste Roman bald ein ich würde mich sehr darüber freuen. Was macht eigentlich Friedel versucht doch mal seine Adresse herauszubekommen, denn bis jetzt hat er noch nicht geschrieben. Nun liebe Eltern werde ich schließen in der Hoffnung auf baldige Antwort
grüßt Euch
Euer Ulli!
xxxxxxxxxxx
Auf der letzten Rückseite: Schreibt bitte nur Luftpost!
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MfG Uwe
10.11.2014 10:38 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
UHF51
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O.U. 21.5.44.
Liebe Eltern!

Komme wieder dazu Euch ein paar Zeilen zu schreiben habe Eure beiden Briefe mit besten Dank erhalten. Hätte gerne schon eher mal geschrieben aber man kommt ja auch nicht dazu trotzdem wir wieder in Ruhe liegen der Betrieb geht wieder früh bis spät. Meine Verwundung ist schon bald zugeheilt es eitert ja noch ein wenig aber im nächsten Einsatz werde ich den Zauber wieder mitmachen. Wenn Ihr mir ein 100 gr. Päckchen schicken wollt so könnt Ihr es ruhig machen, ich brauch nämlich Schreibpapier mit Kuvert und Schuhkrem wenn Ihr keine Marken habt so werde ich Euch welche mitschicken. Das Friedel Papa geworden ist war ich ja sehr erstaunt, denn im Urlaub hatte er mir nichts gesagt, na ja ist ja auch „egal“. Von einen Kunden von Euch bekomme ich auch hin und wieder Zeitungen, ich glaube es ist wohl der Neffe von Fr. Bold Günter Binus heißt er. Ehe ich es vergesse: in Zukunft habe ich eine andere Feldpostn. 33 817 B. jetzt wird man vorläufig wieder etwas länger auf Post warten müssen denn bis jetzt ging es ja schnell 5 – 6 Tage. Nun liebe Eltern werde ich schließen in der Hoffnung auf eine baldige Antwort grüßt Euch
Euer Ulli!
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O.U. 1.6.44.
Liebe Eltern!

Schreibe Euch heute wieder mal ein paar Zeilen. Habe alle Briefe und Zeitungen bekommen heute habe ich sogar ein Buch bekommen vom 22.6. aber die Zulassungsmarken die könnt Ihr Euch bestimmt sparen, denn wenn wieder mal die Päckchensperre aufgehoben ist, dann habt Ihr keine Marken. Wie geht es Euch dann noch hoffentlich noch gut. Bei uns wird jetzt wieder fleißig Ausbildung betrieben jetzt bekommen wir noch Ersatz aus der Heimat und wir alten müssen natürlich den ganzen Zauber wieder mitmachen das macht natürlich keinen Spaß. Vorgestern haben wir ein Schwadronsfest gemacht, vorher gab es einen Schweinebraten und hinterher wurde anständig getrunken vom Bier Schnaps und der Erdbeerbowle ich war leider zu schnell betrunken das man mich sogar nach Hause tragen musste hätte bestimmt alleine mein Zelt nicht gefunden. Sogar ein gutes Varietéprogramm haben wir gestern gesehen na ja ein klein wenig Abwechslung muss man ja haben nach den Strapazen die wir bis jetzt hatten. Liebe Eltern habe nun eine andere Feldpostn. 33 817 B also schreibt diese bitte in Zukunft. Nun werde ich schließen seid vielmals gegrüßt von Euern
Ulli!
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O.U. den 13.7.44.
Liebe Eltern!

Schreibe Euch heute wieder einmal ein paar Zeilen. Bin nun auf 8 Tage in ein Erholungsheim gekommen mitten in den Karpaten. Unser Haus ist rings umgeben von lauter Blumen, wenn man aus dem Fenster sieht, stehen ein die großen Berge mit den Wäldern vor den Augen Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen wie herrlich hier ist. Einmal keinen Geschützdonner noch MG Gerassel, alles himmlische Ruhe und das Essen ist auch gut. Esse jeden Morgen meine 3 bis 4 Eier das könnt Ihr Euch bestimmt nicht erlauben bloß die 8 Tage vergehen zu schnell. Wie geht es Euch denn, der Tommi hat Euch auch schon wieder öfters besucht, hoffentlich das bei Euch nichts passiert. Liebe Eltern schickt mir doch bitte Schreibpapier. Baden kann man hier wenigstens hier denn das habe ich mir ja schon solange gewünscht. Werde nun wieder schließen in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen grüßt Euch vielmals
Euer Ulli!
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MfG Uwe

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11.11.2014 19:08 UHF51 ist offline E-Mail an UHF51 senden Beiträge von UHF51 suchen Nehmen Sie UHF51 in Ihre Freundesliste auf
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O.U. den 10.8.44
Liebe Eltern!

Habe heute gerade ein wenig Zeit, das heißt dass der Russe nicht schießt. Denn wir sind jetzt bereits seit 20 Tagen ununterbrochen im Einsatz, und da könnt Ihr Euch ja vorstellen wie wir da aussehen, wie die Räuber. Aus Rumänien bin ich nun schon lange wieder weg. Ich war gerade im Erholungsheim das wurde plötzlich abgebrochen, und wir wurden jetzt verladen. Bin jetzt hier bei den schweren Kämpfen zwischen Lemberg und Krakau. Vor einigen Tagen sind wir mit Sturmbooten über die Weichsel gesetzt, um den russischen Brückenkopf zu zerschlagen, für uns ist das bloß ein unangenehmes Gefühl denn der Russe ist hier überall. Gestern kam er mit Panzern von allen Seiten aber sie wurden alle im Nahkampf von uns vernichtet. Habe Eure Briefe vom 2.7. u. 17.7. mit bestem Dank erhalten. Man freut sich immer wenn man mitten im Getöse Post erhält. So geht es mir noch ganz gut bloß der Schlaf fehlt aber vielleicht ist der ganze Zauber hier bald aus. Wie geht es Euch denn hoffentlich doch gut. Das Ihr eine Uhr für mich gekauft habt ist ja prima hoffentlich ist die verdammte Urlaubssperre bald aufgehoben, dann könnte ich ja so rechnen das ich Weihnachten dran bin, ist ja noch ziemlich lange hin aber was lange währt, wird gut. Nun liebe Eltern glaube ich dass ich für einige Zeit genug geschrieben habe, und soweit es die Zeit erlaubt werde ich recht bald wieder schreiben. Hoffe ja nun dass Ihr meinen Brief bei bester Gesundheit erhält. Grüßt vielmals Frau Bold und ihr Neffen schreiben kann ich ja vorläufig nicht. Also liebe Eltern seid nun vielmals gegrüßt
von Euern
Ulli.

Schreibt bald mal wieder!
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O.U. den. 20.8.44
Liebe Eltern!

Habe Euren Brief v. 31.7. mit bestem Dank erhalten. Meine Zeit erlaubt es gerade jetzt an Euch ein paar Zeilen zu schreiben, sind bis jetzt immer noch im Einsatz, bloß das eine gute ist, wir sind seit einer Woche im Stellungskrieg mit den Russen und da hat man ja mehr Zeit, hinter uns liegt ein Dorf und da kann man sich sogar waschen. Wenn der Russe nicht soviel schießt machen wir uns sogar Hühner oder schlachten Schweine, in der kurzen Zeit wo wir jetzt hier sind habe ich schon eine Unmenge von Hühnerfleisch u. Schweinefleisch gegessen, ich glaube das reicht wieder für eine Zeit. Ich hoffe ja dass der Brückenkopf bald aufgerieben ist, denn eingeschlossen soll ja der Russe schon länger sein, denn dann kann man wenigsten mit einiger Zeit Ruhe rechnen. Nun liebe Eltern wie geht es Euch denn noch hoffentlich noch alles gesund. Heute ist gerade Sonntag und hier ist eine Bullenhitze, man geht bald ein wie eine Primeltopf ohne Wasser, aber na ja besser als wenn es zu kalt ist und das ist es hier nachts. Na was sagt Ihr denn zu dem Putsch den die Herren da machen wollten, es ist bestimmt viel zu schade gewesen für die den Kopf kürzer, die hatten bestimmt noch was Schlimmeres verdient. Nun liebe Eltern werde ich schließen in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen grüßt Euch
vielmals Ulli!

Schreibt mal bald wieder!
Ihr könnt ruhig im Brief ein paar Couverts mit hereinlegen.
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Ostpr. den 24.8.44
Liebe Eltern!

Schreibe Euch heute wieder ein paar Zeilen. Ich hoffe ja dass die andern Briefe Euch bereits erreicht haben, bin bis jetzt immer noch Weichselbrückenkopf und mit den Russen im Stellungskrieg. Für uns macht es keinen Spaß hier so herumlungern, man kann doch nichts richtig was machen. Das einzige was mir machen, das ist das wir für Essen sorgen, denn bei uns wird sämtliches Feder- und Borstenvieh geschlachtet, ich glaube wenn Ihr so gut zu Hause essen könntet, aber bei uns ist es mal so, es gibt eine schlechte Zeit u. eine gute Zeit, mit unserer eigentlichen Verpflegung würden wir ja nicht auskommen. Nun liebe Eltern, wie geht es Euch denn noch gesund und munter, ich glaube nachts lässt Euch der Tommi auch nicht in Ruhe, aber hoffentlich ist der Krieg bald aus, so im Gefühl hat es man ja es bald. Ich hatte Friedel mal aus Rumänien geschrieben, habe jetzt den Brief wieder zurückbekommen vielleicht könnt Ihr mir seine Anschrift mal schreiben, dann hätte ich noch eine kleine Bitte an Euch, vielleicht könnt Ihr mir wieder ein paar Zeitungen oder ein Roman schicken, würde mich sehr freuen, nun liebe Eltern werde ich schließen in der Hoffnung auf baldige Antwort grüßt Euch vielmals
Euer Ulli

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MfG Uwe
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